Politik & Wirtschaft | Bedarfsgerechte Bewerbungshilfe

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gelesen Politik & WirtschaftMontag, 23. Juli 2012

Caritas Projekt orientiert sich an Unterstützungsbedarf in der Stirumschule

Bedarfsgerechte Bewerbungshilfe

Bild zu  / Bedarfsgerechte Bewerbungshilfe
Bruchsal | Dennis ist 16 und weiß was er will: „Einen Ausbildungsplatz als Bürokaufmann,“ meint der Neuntklässler der Stirumschule. „Man kann in einem Büro konzentriert arbeiten, hat aber auch Kontakt mit Menschen und könnte sich sogar mal selbstständig machen“, resümiert er die Reize seines Wunschberufs. Zusammen mit drei Mitschülerinnen sitzt er an diesem Vormittag im Computerzimmer der Schule und vervollständigt seinen Lebenslauf und seine Bewerbung. Am PC neben ihm wird ebenfalls an einem Lebenslauf gefeilt – doch die Sechzehnjährige will Rechtsanwaltsfachangestellte werden. „Erst will ich aber die zehnte Klasse fertig machen, das finde ich wichtig“, weiß die junge Schülerin.Am anderen PC wird gerade die Seite des Jobcenters aufgerufen.  Die 15-jährige Zilan will Zahnmedizinische Fachangestellte werden. „Die Schwester einer Freundin macht das und ich habe schon viel im Internet recherchiert. Nach der Schule will ich gleich eine Ausbildung anfangen – vielleicht auch als Medizinische Fachangestellte. Auf jeden Fall weiß ich jetzt, dass ich Gas geben muss, sonst bekomme ich keinen Ausbildungsplatz mehr.“


Schnittstelle zwischen Arbeitgebern und Projektteilnehmern


Melanie Lindauer, Mitarbeiterin des Caritasverbandes Bruchsal, leitet an diesem Morgen die jungen Bewerberinnen und Bewerber an. Im Rahmen des Projektes JobNet kooperiert der Caritasverband Bruchsal mit der Stirumschule, um zielgerichtet den Bedarf der Schule an Unterstützung bei Bewerbungsvorbereitungen zu bieten. „Das Projekt JobNet wird aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union und aus Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert“, berichtet Melanie Lindauer, die darauf hinweist, dass der Caritasverband dabei als Schnittstelle zwischen Arbeitgebern und Projektteilnehmern fungiert. Ziel ist die Zusammenführung von Angebot und Nachfrage auf dem regionalen Arbeitsmarkt, wobei das Einzugsgebiet der Stirumschule ein Teil des begünstigten Sozialen-Stadt-Programms ist. „JobNet ist sehr individuell ausgerichtet und so konnten wir uns den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler anpassen“, erklärt Projektleiter Alexander Teubl. Für manchen Schüler bedeutet es lediglich die Fertigstellung und Korrektur des Anschreibens, für andere wiederum die Bestandsaufnahme der eigenen Fähigkeiten und der Abgleich, ob der Traumberuf mit dem angestrebtem Schulabschluss überhaupt realisierbar ist.


„Halbe Miete“


Uta Kurz, Technik Fachlehrerin und Berufskoordinatorin an der Stirumschule, weiß das zu schätzen: „Das ist heute das erste Mal, dass in so einer kleinen Gruppen so intensiv gearbeitet werden kann.“ Für die jungen zukünftigen Auszubildenden sei die praktische und individuelle Betreuung sehr wertvoll. „Zudem können sie auch weiterhin von der Caritas betreut werden,“ so Melanie Lindauer. „Ein weiterer Aspekt von JobNet ist das Netzwerk mit anderen Kooperationspartnern über die wir den Jugendlichen weitere Unterstützungsangebote vermitteln können – vom ehrenamtlichen Berufspaten bis zu Praktika in verschiedenen Betrieben“, betont Alexander Teubl. Wie er ist auch Melanie Lindauer überzeugt, dass es gelingen wird, Dennis und seine Mitschülerinnen zu vermitteln. Die „halbe Miete“ sei schon, dass sich diese Jugendlichen nun gründlich mit ihren Fähigkeiten und Wünschen auseinandersetzen und erste Erfahrungen sammeln. Dennis ist dabei auf einem guten Weg: Wenn er jetzt noch keinen Ausbildungsplatz findet, wird er vorerst weiter zur Schule gehen. Seinen Traumberuf behält er dabei aber fest im Blick.
(pm)



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