Kultur & Bildung | "Heroisches" Abschiedskonzert für Eisenmann

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Bruchsal | 14. Neujahrskonzert des Mannheimer Stamitz-Orchesters

"Heroisches" Abschiedskonzert für Eisenmann

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22.01.2018 | Spannungsvoll eröffnete das Mannheimer Stamitz-Orchester das 14. Neujahrskonzert der Stadt Bruchsal am Sonntagabend im feierlichen Rechbergsaal des Bürgerzentrums. Unter der Leitung von Professor Klaus Eisenmann begeisterten sie mit Beethovens hochdramatischer Ouverture zum Trauerspiel „Coriolan“. Meisterhaft zog Eisenmann mit seinem renommierten Amateur-Orchester den Spannungsbogen durch das dreiteilige Stück. Vom filigranen Frage- und Antwortspiel der hohen und tiefen Streicher im ersten Teil über den sanften Mittelteil mit brillierenden Flöten und Oboen bis zum perfekten Decrescendo am Schluss – das Drama des Coriolan, der in seinem inneren Zwiespalt am Ende Selbstmord begeht, wurde spürbar lebendig auf der Bühne.

Ganz in Beethovens Sinne war auch die Programmauswahl; auf die Ouvertüre folgte ein Solo-Konzert, sein fünftes Klavierkonzert in Es-Dur, den Abschluss bildete seine 3. Sinfonie.
Mit Peter Rösel konnte das Stamitz-Orchester einen herausragenden Pianisten für das Neujahrskonzert gewinnen. Er tritt als Solist mit zahlreichen international
renommierten Orchestern auf, unter anderem mit den Berliner und den New Yorker Philharmonikern. Seinen Repertoire-Schwerpunkt bilden die Klavierkonzerte und Sonaten Beethovens und Mozarts.

Virtuos begann er das Konzert in Es-Dur und begeisterte das Publikum mit seiner Leichtigkeit und dem sanften, romantischen Klang, den er selbst den schnellen Läufen entlocken konnte. Das Orchester überzeugte mit detailreichem, durchlässigem Klang und wunderbar subtilen Übergängen von den Tutti-Passagen in die Solo-Passagen. Da schälten sich die harfenartigen Läufe des Klaviers langsam heraus aus den zarten Läufen der Flöten und Oboen, kaum merklich begleitet vom leisen Pizzicato der Streicher. Am Ende des ersten Satzes verzauberte Rösel mit sprudelnden Klangkaskaden und hauchzarten Trillern, abgelöst von den perfekten Jägerquarten der Hörner.

Im dramatischen zweiten Satz spielte Rösel mit gefühlvoller Agogik und verlieh dem Stück etwas fast Überirdisches mit seinen kaum wahrnehmbaren hohen Trillern. Auch hier überzeugte das Stamitz-Orchester mit perfekten Übergängen, tollen Hornklängen und großer innerer Spannung.
Nach einem virtuosen, fulminanten dritten Satz ließen die Bruchsaler den Solisten nicht ohne Zugabe in die Pause.

Zur zweiten Hälfte begrüßte Oberbürgermeisterin Petzold-Schick das Publikum, darunter zahlreiche Gemeinderäte und Kreisräte. Sie dankte Professor Klaus Eisenmann, der nach 16 Jahren sein Dirigat beim Stamitz-Orchester niederlegt, für sein Engagement und die Neujahrskonzerte, die zu einer festen Größe und einem Höhepunkt im Bruchsaler Kulturleben geworden seien. Auch ihr
Amtsvorgänger Bernd Doll würdigte Eisenmann, der Bruchsal als Leiter des städtischen Jugendsinfonie-Orchesters erhalten bleiben wird.

Wie OB Petzold-Schick feststellte, passte das Programm mit der Trauerspiel-Ouvertüre und dem fünften Klavierkonzert in der „Heldentonart“ Es-Dur hervorragend zum feierlichen Abschied des Dirigenten. Nur konsequent also, dass Eisenmann und sein Stamitz-Orchester das Konzert mit der dritten Sinfonie, der „Eroica“ beschlossen.

Eisenmann dirigierte mit vollem Körpereinsatz die euphorischen Orchester-Tutti, in spannungsvollem pianissimo führte er in die Solo-Passagen, wo das Hauptmotiv durch Hörner, Celli, hohe Holzbläser und Trompeten wandert. Mit pulsierendem Tutti-Klang in einem groß angelegten Crescendo endete der überschwängliche erste Satz.



Im zweiten Satz hüllten die Musiker ihr Publikum in ihren warmen, bassigen Klang und zogen es förmlich hinein in die tragische Atmosphäre des Trauermarschs („Marcia funebre“). Inbrünstig spielten die Kontrabässe ihr unendlich trauriges Solo, ehe das Motiv durch Flöten, Oboen und Klarinetten wanderte. Stechende Trompeten markierten das dramatische Ende des heitereren Zwischenteils, ehe die Musik immer leiser und filigraner wird und im pianissimo zum Erliegen kam.

Das Scherzo begannen die Mannheimer Musiker mit heiterem, federndem Klang. Eisenmann ließ das Orchester wunderbar im mezzopiano brodeln, um später in euphorischem forte daraus auszubrechen. Nach einem lang angelegten Fugato im Finalsatz, in dem die Bläser nochmal ihr Können in verspielten Solo-Passagen unter Beweis stellten, endete das Konzert mit einem fulminanten Tutti mit Pauken und Trompeten. Das Bruchsaler Publikum zeigte sich begeistert. Bleibt zu hoffen, dass diese hochkarätige Konzertreihe, die ihren festen Platz im Bruchsaler Veranstaltungskalender hat, auch nach Eisenmanns Ausscheiden fortgesetzt wird.

Bilder: Das Mannheimer Stamitz Orchester 2018
(lm)



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