no comment – Der WILLI-Kommentar

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Der noComment-Kommentar
Der Mensch kann sich bekanntlich mitunter an Kleinigkeiten aufreiben. So geht es mir seit Monaten wegen einer Kleinstigkeit, die regelmäßig mein Weltbild zerstört. Und manchmal das Wochenende mit dazu. Und das ausgerechnet durch die, die mich als Kunde über alles lieben müssten. Der Supermarkt meines Vertrauens, ganz in meiner Nähe.


Ab in die Brühe - Jeden Tag ein bisschen besser

Erster Akt:

Der neue Lebensmittler in meiner Nähe, zumal mit Frischeabteilung, ist mein neuer Favorit. Und so freue auch ich mich, dass ich meinen samstäglichen Wurstsalat dort fix und fertig einkaufen kann. Getrübt wird das Vergnügen regelmäßig dadurch, dass die Brühe in der Einkaufstasche steht. Das hat seinen Grund darin, dass die Becher entweder nicht richtig dicht und/oder nicht so verschlossen werden, wie es nötig wäre. Daher kommt sicherheitshalber zusätzlich ein Plastikbeutel  drumrum und noch einmal eine weitere (undurchsichtige) Papiertüte drüber. Die wird nun mit dem Kassenzettel, oben aufgeklebt, verschlossen. An der Kasse muss nun die Kassiererin die Tüte (deren Inhalt sie ja nicht kennt) auf den Kopf drehen, um sie über den Scanner zu führen. Jetzt nimmt das Unglück seinen Lauf.

Jetzt nämlich läuft die Brühe aus dem Becher in die Plastiktüte. Die wiederum ist nicht so dicht, dass nicht im weiteren Verlauf meines Einkaufs die Brühe auch dort ihren weiteren Weg Richtung Papiertüte sucht und schlussendlich „im Freien“ landet.
 
Dieses kleine Problemchen haben anscheinend viele Einkäufer, wie ein Erfahrungsaustausch an der Theke gezeigt hat. Meine zaghafte Bitte den Kassenzettel einfach unten aufzukleben wird so kommentiert: „Des mache ma immer so – Des hat noch koin gschdehrt – Des misse ma so mache“. Zugleich versuchen mich die Fachkräfte mit Worten und Gesten von ihren Schließerqualitäten zu überzeugen. Außerdem könne die Kassiererin den Scanner oben benutzen.

 
Zweiter Akt:
 
Fein aufgestellt auf dem Band läuft mein Salat dahin. Dummerweise lenkt mich der Hintermann ab, der schnell mal vorbei wollte. Mein erschrecktes Zucken kommt zu spät, nachdem der Becher bereits gedreht war. Allerdings hatte die Kassiererin volles Verständnis für mein Dilemma. Ich solle doch einfach an der Frischetheke sagen, dass die den Aufkleber unten anbringen sollen! Upps. „Nein, das geht nicht“, „Muss von ganz Oben kommen“. „SIE müssen den Scanner oben benutzen“. „Ich habe keinen Scanner oben. Schaun Sie, ich müsste den Becher dann auch halb drehen“. … Spätestens als der Wurstsalat meines Hintermannes in Richtung Scanner eilt, möchte ich die weitergehende Diskussion nicht wiedergeben, weil die Urheberrechte für alles weitere bei Loriot vermutet werden.
 
Für einen Erfahrungsaustausch bis hin zur Gründung einer Tütenverschluss-Agenda-Gruppe bin ich offen. Über die Reaktionen aus der Frischetheke meines bisherigen Lieblingslebensmittelhändlers halte ich Sie auf dem Laufenden. Nächsten Monat gibts das Problem dann im Film auf KraichgauTV.


U. Konrad
nach „no comment“ Brühe auf Autositz entfernen.

Eingestellt am 25.07.2012



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