no comment – Der WILLI-Kommentar

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Der noComment-Kommentar
Bruchsal, Medienhauptstadt Europas

Gerne hätte Ihnen das Regionale Fernsehen KraichgauTV die Kandidaten für die Wahl zum Oberbürgermeister im Rahmen der offiziellen Kandidatenvorstellungen im Fernsehen vorgestellt. Leider verbietet der Gemeindewahlausschuss dort Film und Tonaufnahmen. Dazu wurde „die Presse“ zwar eingeladen, allerdings mit dem Hinweis, dass Film- und Tonaufnahmen verboten seien. Das ist, als wenn man den Restauranttester einlädt, ihm aber nichts zu essen gibt. Die öffentliche Bewerbung für ein solches (öffentliches) Amt, um Vertreter von über 40.000 Menschen zu werden, und es ist nicht zulässig, dass man sich in einer öffentlichen, der Präsentation der eigenen Person gewidmeten Veranstaltung einem größeren Fernsehpublikum zeigt?! Das glaube ich nicht!

Doch, alles wahr. So jedenfalls will es der Wahlausschuss.

Dass man DAS FERNSEHEN also von der Landesanstalt für Kommunikation (LfK) lizensierte Fernsehsender aussperrt, hat schon eine besondere Qualität. Fernsehmacher wissen nämlich, was erlaubt und was nicht erlaubt ist. Und sie gehen verantwortungsvoll mit der Berichterstattung um. Die packen keine Handys aus, um heimlich Aufnahmen zu machen, die sie auf youtube stellen. Da geht es um Ausgewogenheit und Information. Ein Fernsehsender wird von der LfK überwacht. Ein Fernsehsender ist kein Selbstbedienungsladen, keine webplattform. Da arbeiten Menschen, die wissen was sie tun…dürfen…und was sie nicht tun…dürfen.

Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite steht der Bürger. Er will wissen, wen er wählt. Ja, er kann die drei Veranstaltungen besuchen. Aber vielleicht muss er arbeiten, ist alleinerziehend und kann nicht weg. Warum dann nicht im Fernsehen nachschaun? Das wäre doch nur bürgerfreundlich. Wähler sollen doch informiert und mobilisiert werden. Oder etwa nicht? Die Wähler werden das nicht verstehen und eine Umfrage hat das bestätigt.
Neun von zehn zufällig Befragten hätten das gerne angeschaut. Eine Chance Bürger für Politik zu interessieren, sie zum Wählen zu motivieren und vielleicht auch diejenigen zu erreichen, die nicht zu den immer gleichen wenigen Besuchern von Veranstaltungen gehören, die man dort trifft. Ganz zu schweigen von jungen Wählern.

Und die Kandidaten? Haben die nicht auch Interesse sich zu präsentieren? Sie machen Veranstaltungen, plakatieren, verteilen Flyer und geben Geld aus um sich ihren Wählern zu zeigen. Wenn auch sie das wollen, weshalb kann dann ein Ausschuss überhaupt dagegen sein? Wo bleibt da die Vernunft? Was soll das?

Da lebt der Wahlausschuss wohl hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen, wenn er denkt das Fernsehen kommt dann mit dem Zeichner, wie bei Gericht. Nein lieber Wahlausschuss. Das ist ein öffentliches Amt, keine Gerichtsverhandlung. Die Kandidaten UND die Bürger wollen Öffentlichkeit und wollen wissen, was sie wählen. Aber gut: „Wir müssen draußen bleiben“ steht nun an der Tür. Hoffentlich kommen die vom Fernsehen dann auch wieder, wenn sie kommen sollen. Ich könnte mir vorstellen, dass die nicht über jedes Stöckchen springen, das man ihnen hin hält.


U. Konrad
Schreibt gerade Bruchsals Bewerbung als Medienhauptstadt Europas

Hier sehen Sie, was der OB von Neckarsulm davon hält

Was meinen Sie dazu? Mailen Sie mir doch mal Ihre Meinung: medien@egghead.de, Kennwort »Medienhauptstadt«

Eingestellt am 28.06.2017



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